Die Zeit der gerade noch grünen Flecken unter den Bäumen

(unlängst in der Nähe von Santa Ynez)
Liberty

Paul-Joseph-Victor Dargaud (1850-1921), The Statue of Liberty in Frederic-Auguste Bartholdi’s Studio, Paris, 1884. Santa Barbara Museum of Art.
campfire [4]
Neu-Mexiko

campfire [6]
Handbremsenrippen
Nur so als Lebenszeichen zwischendurch – falls die geneigte Besucherschaft gelegentlich in die missliche Lage kommt, DVDs rippen und Filmmaterial in, sagen wir, MPEG4 encoden zu wollen, nur so zum Mitnehmen und am tragbaren Bildschirm Anschauen, würde ich Handbrake doch glatt empfehlen.
campfire [1]
Elaborieren Sie!
Der finnische-Klub-Topos im tibetischen Tantrismus (2 Seiten, DIN A4, doppelter Zeilenabstand, Spellchecker nicht vergessen).
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Übrigens
Es war mir übrigens bisher nicht aufgefallen, dass Sideshow Bob die Stimme von Kelsey Grammer hat, welchselbiger auch als Frasier bekannt ist.
Der Student an sich
... die zwei Studenten am Nachbarkopierer, im Kopierraum, den das Department for Rhetorics und Film Studies mit benützt. Fragt der eine den anderen: “Do you think we ever moved beyond Hegel?” Ich schmunzele, derweil ich einen Text kopiere, der einmal deutlich macht, wie sich gute Studenten richtig verhalten:
“Bowing his head with devotion, he should offer to his master the things which he desires. He offers jewels, treasures, grain, gold and gold pieces, chariots, houses, his own position, his sons, daughters, men and women, villages and cities as desired. He should present his fee with well disposed mind. In short, in oder to achieve a rapid progress, he should offer himself to his master.”
(Skorupski, Tadeusz: engl. Übersetzung des Sarvadurgatipari‚śodhanatantra, Delhi 1983, p. 79)
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Cameron
Die SIM-Karte des prepaid cell, das ich seit einigen Wochen benütze, wurde davor von Cameron benutzt.
Ich weiß nicht, wer Cameron ist oder war. Cameron ist jedenfalls zum Wochenende hin eindeutig populärer als sonst.
Während der Woche möchte niemand etwas von Cameron. Freitags aber kommen gerne Anrufe und Textnachrichten, samstags auch. Menschen wollen Cameron zu Parties einladen oder von Cameron wissen, wo es Parties gibt. Sie wollen mit Cameron Essen gehen oder bei Cameron zum Essen vorbeikommen.
Gestern erhielt ich eine Nachricht, ob Cameron wohl wüßte, wo man herb bekommen könnte.
Auf die Textnachrichten reagiere ich nicht. Eine Zeit lang dachte ich, das wäre wohl alles Spam, so “Hello, I’m Cindy, long time no see, why don’t we chat”-Spam, und dann rufte man zurück und vertelefoniert die ganze Rente einer westösterreichischen Kleinstadt.
Seit der herb-Nachricht glaube ich nicht mehr an Spam. Der Absender tut mir leid. Vielleicht glaubt er oder sie jetzt, Cameron wäre ein arrogantes Arschloch geworden? Und alles nur, weil ich nicht antworte. Vielleicht sollte ich anstelle von Cameron künftig antworten. Schließlich hat man den Vorbesitzern seiner SIM-Karten gegenüber moralische Verpflichtungen.
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Memory Soft Slipper
Überlebt und angetan
Die erste Woche des Unterrichts überlebt. Das ist gut.
Dienstags und donnerstags stehe ich jeweils zuerst in einem fensterlosen Hörsaal und erzähle knapp 100 Studenten 90 Minuten lang Einführendes zum indischen Buddhismus, dann etwas später in einem kleineren Hörsaal mit Milchglasscheiben und ähnlichem Mutterschiffgefühl, wo ich etwa 40 Studenten in den tibetischen Buddhismus einführe.
Das Ganze ist recht anstrengend. Die große Vorlesung ist bisher leicht frustrierend, weil von den Studierenden wenig kommt und auch weggepennt wird. Fensterlos vor wegpennendem Auditorium, nun ja. Allerdings habe ich zwei reizende “Graduate Student Instructors”, die auch immer dabei sitzen – und in den Zeiträumen zwischen Dienstag und Donnerstag in Kleingruppen noch einmal alles durchkauen -, und wenn wenigstens die über meine Scherze lachen, bin ich’s zufrieden.
(Na gut, Papst Innozenz IV. als im Wortsinn “unschuldig” zu bezeichnen, weil er an den mongolischen Güyük Khan schrieb, der möge sich doch zum Christentum bekehren, war wohl doch nicht so der Lachschlager, für den ich ihn gehalten hatte.)
Von der Tibet-Gruppe bin ich heute wirklich beeindruckt. Ich zeige ihnen auf zwei Einheiten verteilt Ulrike Kochs Film “Die Salzmänner von Tibet” (1997), in dem eine Gruppe Nomaden in Tibet zum jährlichen Trip an einen ca. einen Monat enfernt gelegenen Salzsee aufbrechen. Der Film zeigt sehr schön, wie sehr die Lebensweise der Nomaden von Ritualen und eher mythologischen denn naturwissenschaftlichen Begründungsschemata geprägt ist.
Ich hatte die Studenten gebeten, sich während des Filmes Notizen zu machen, vor allem, was das Religiöse angeht – ohne ihnen zu sagen, was das sein würde oder was ich unter “religiöse” verstünde.
Der Film ist sehr langsam, und ich hatte mit Langeweile und Renitenz gerechnet, ein bisschen das Klischee vom amerikanischen Jugendlichen überstrapazierend. Ich lag voll daneben. In den 20 Minuten, die uns nach der ersten Hälfte des Films blieben, kam ein Hagel an Beobachtungen und Assoziationen – praktisch alles, was man aus dem Film an religiöser Relevanz herauslesen konnte, kam vor, und wurde auch noch überlegt und weiter gedacht.
Ich bin beeindruckt. So macht das richtig Spaß.
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