Taipei: animals and colourful containers
Besonders apart die immer mit blauhimmeligen Landschaften bemalten Elektrizitätscontainer auf den Straßen. Man sagte mir, die Menschen hätten protestiert, weil die Dinger davor so hässlich gewesen seien.






campfire [2]
Moments loriotesques
Gestern und heute gleich zwei lorioteske Momente:
Da war der Apotheker mit dem Seitenscheitel, der sich in der steif-bürgerlichen Haltung höchster Diszipliniertheit mit so eher alltägliche Lockerheit erwarten lassenden Aufgaben wie Türfürkinderwagenöffnen oder Kugelschreiberankundenverschenken befasst. Es hat gedauert, bis ich verstand, dass er mir einen Kuli schenkt. Dachte zuerst, ich solle nun meine Sterbeurkunde unterschreiben.
Dann war da heute der ältere Herr, der im Bioladen an der Kasse anprangert, dass hier Croissants mit MARGARINE verkauft würden, nicht mit ECHTER BUTTER, das würde doch also wirklich nicht zur Reputabilität des Ladens beitragen (mehrmals wiederholt, das mit der Reputabilität). Die Kassierin hatte Mühe, im das Konzept des Veganers nahezubringen.
Vögel und Wasser










Eining, Donauufer

Es ist ein gutes Land
“Es ist ein gutes Land
von hellem Wiesengrün und
Saatengold hebt sichs em-
por zu Hügeln voller Wein
wo auf und auf die Traube
hängt und schwellend
reift in Gottes Sonnen-
glanze der dunkle Wald
voll Jagdlust krönt
das Ganze.”







Verbötön
Es gibt in Budapest sehr viel Unverständliches. Recht offensichtlich ist zumindest eine gewisse Freude der örtlichen Autoritäten an Verbotsschildern.

Was nun verbietet der diagonale Strich durch das Männchen rechts unten? Man ahnt Probleme mit Leibeswind. Diese Grafik ward übrigens nur in kleinen Bussen zu sehen. Kein Leibeswind im Kleinbus?
Meet Joe, the quintessential blackbird

campfire [1]
Barbados


Vogelnationalismus
Es gibt ja so Websites, die Fernsehsendungen auflisten, aus Gründen. Da kommt einem aus Großbritannien nur BBC-Material unter, hauptsächlich Dokumentationen. Der Serie “Birds Britannica” konnte ich nicht widerstehen. Tatsächlich war es durchaus interessant, von der enormen Beliebtheit des Rotkehlchens in GB zu erfahren (und von seltsamen sich um das Rotk. rankenden Mythen: hat seine rote Brust, weil Jesus am Weg zur Kreuzigung einen Blutstropfen darauf fallen ließ), vom promiskuitiven Verhalten der Heckenbraunelle, oder auch generell von den Auswirkungen des britischen Gartenwahns auf Vogelpopulationen.
Allerdings ist die ganze Serie dann auch total bizarr nationbezogen. Ständig ist davon die Rede, dass “we as a nation” irgendeine besondere Beziehung zu einem dieser Fluffbälle haben. Völlig hinüber. (And the birds couldn’t care less.)
campfire [1]
Ein Wort für diese Art Glück
Ich möchte hier nicht unbedingt eine Fahrgastrechkolumne eröffnen und auch kein Füllhorn mit Beschwerden über die deutsche Bahn öffnen. Allerdings ist die Behauptung nur etwa so weit wie Sibirien von der Wahrheit entfernt, dass die Anschaffung eines Smartphones mir bereits mehr als einmal die zeitgerechte Ankunft an einem deutschen Flughafen gerettet hat. (DB App for Android rulez.)
Das geht dann so. Weil ich gerade tagträume und sowieso gerne mit dem Ding rumspiele, sehe ich eine halbe Stunde vor projektiertem Aufbruchstermin (gerechnet ab heimatlicher Teetasse) nach, ob der Zug Verspätung hat.
Das führte heute zur Schockerfahrung, dass da in der Spalte neben dem Abfahrtsdatum in Rot “+120” zu sehen war. Also 120 Minuten. Also weg von der Teetasse und gleich an den Bahnhof. Vielleicht lässt sich ein Alternativpfad finden. Furcht und Pfadfinderethos mischen sich. Menschen können nicht mehr konsultiert werden – zu lange Schlangen, keine Zeit. Die App sagt: ja, da gibt es eine Alternativroute, die zwar einen ICE mit +10 enthält (au, das wird knapp), aber wenn’s ganz schlimm kommt, investiere ich eben ein Vermögen in stückweise Weiterfahrten per Bahn nach Wien. Leidgeprüftenunterhaltungen in Bordbistros haben doch auch gewissen Charme (wir nennen das “Syndrom Bordbistrose”).
Am ersten Umsteigebahnhof gibt es dann 30 Minuten Wartezeit auf den verspäteten Alternativ-ICE. Doch: halt. Was sagt der Blick auf die Anzeigetafel? Hier ist noch ein weiterer Alternativ-ICE. Einer, der gar nicht sein dürfte. Einer, der schon vor fünf Minuten abgefahren ist. Ein fiktionales Objekt, gänzlich unwirklich, in seinem möglichen Übertritt in die Realität nur durch das horizontal an seiner geplanten Abfahrtszeit vorbeiflirrende weiße Band angezeigt, und das Band sagt “voraussichtl. 15 Minuten verspätet”.
Der weitere Verlauf ist ereignislos und führt zum Ziel.
Aber es ist das Glück dieses Momentes, für das ich gerne ein Wort hätte: Wenn der Sekundär-Fuckup einer Institution die Situation rettet, die sie durch einen Primär-Fuckup erzeugt hat. Das ist eine ganz eigene Art von Seligkeit!
campfire [2]